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Coloured-Hearing-Synästhesien

Synästhetiker bin ich, soweit ich zurückdenken kann. Wahrscheinlich genuiner Synästhetiker, denn ich sehe seit jeher Töne, ohne dies zu wollen oder gar abstellen zu können - und warum sollte ich auch? Es sieht doch schön und natürlich aus! Ein Nichtsynnie läuft schließlich auch nicht mit verbundenen Augen durch die Gegend, um seine Wahrnehmungsfähigkeit einzuschränken. Mein erstes bewusstes synästhetisches Erlebnis (jedenfalls das erste, an das ich mich noch erinnere) hatte ich im Kindergarten. Ich spielte im Sandkasten, als ein Spatz "tschilpte". Ich sah das Geräusch als pfeilähnliche, weiß-silberne Röhren-Bogen-Form irgendwie vorbeifliegen und fragte meine Spielkameraden, ob sie das auch gesehen hätten. Sie blickten mich nur völlig verständnislos an.

Daher erwachte in mir irgendwann der Wunsch, das bildlich darstellen zu können. Wie empfinde ich die Synästhesie - oder wie erklärt man einem Blinden, was "Farbe" ist? Die Sprache hat keine Möglichkeiten (keine Worte) um synästhetisches Empfinden auch nur annähernd zu umschreiben. Doch Bilder sind auch eine Art von Sprache. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ich begann vor gut dreissig Jahren mit Zeichnungen und Radierungen in Schwarzweiß. Das traf zwar einigermaßen die Formen, nicht aber die Farben. Irgendwann viele Jahre später "stürzte" ich mich auf die Computergrafik - mit Abendkursen, zig Grafikprogrammen und mit z. T. recht ungewöhnlichen Vorgehensweisen, als da wären: verwackelte Fotografien, Mikrografien, Abbildungen eingescannter Alltagsgegenstände, Lichtreflektionen auf Oberflächen etc. Es wird verwendet, was passt. Herausgekommen sind die Bilder in dieser Galerie.