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Polarlicht-Akustifizierung

Am 15.05.2004, kurz vor Mitternacht, sah ich eine (zumindest in Norddeutschland) recht seltene Leuchterscheinung am Himmel: ein Polarlicht.
Polarlichter entstehen, weil das Erdmagnetfeld geladene Teilchen einfängt, die von der Sonne ausgestoßen werden. Die Leuchterscheinungen sind umso wahrscheinlicher, je größer die Sonnenfleckenaktivität ist. Im Frühjahr 2004 lag sie jedoch bei einem Minimum, so daß die Entstehung des Polarlichts wohl reiner Zufall war. Für die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern wird eine Kennzahl Kp angegeben, die Werte zwischen Null und Zehn haben kann. Je höher Kp ist, um so wahrscheinlicher sind Polarlichter. Ab einem Kp-Wert von Vier sind Polarlichterscheinungen im Norden Deutschlands möglich.



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Am besagten Tag lag der Kp-Wert ausnahmsweise relativ hoch bei exakt Vier. Das Polarlicht war damit vielleicht nicht sehr wahrscheinlich, grundsätzlich aber möglich. Das ich zum richtigen Zeitpunkt nach draussen ging und es am Horizont erblickte, war reine Glückssache. Aber es geschah gleichzeitig noch etwas überaus Unwahrscheinliches. Da ich "Coloured-Hearing"-Synästhetiker bin, sehe ich Töne als farbige Formen. Der umgekehrte Weg, nämlich das Hören von Tönen beim Betrachten von Farben, passiert mir nur sehr-sehr-sehr selten. Dies war so ein seltener Fall. Das Orangerot des Polarlichts hörte sich ganz eigentümlich an, mit einer sehr(!) entfernten Ähnlichkeit zum Schwingen eines gespannten Gummibandes.

Eine Aufnahme vom Letzteren bildete dann auch mein Rohmaterial, an welchem ich mit Hilfe einer Reihe von Soundbearbeitungsprogrammen (CoolEdit, EAC, MagicAudio) herumexperimentierte, um die Polarlichterscheinung zu "akustifizieren". Da wurde gefiltert, gemixt, verhallt, gephast und was weiß ich noch alles: Try And Error. Das zugehörige Bild habe ich nicht selbst fotografiert. Vielmehr bemühte ich Google hinsichtlich einer einigermaßen passenden Aufnahme, die ich dann über Helligkeit und Ausleuchtung so umgearbeitet habe, daß sie dem gleicht, was ich gesehen habe.

Aufgrund dieser Synästhesie bin ich musikalisch alles andere als festgelegt, was meine Mitmenschen mitunter als "furchtbaren Musikgeschmack" bezeichnen. Eigentlich sind die zu bedauern - wenn die wüssten, was ihnen entgeht...