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Claires Farbgeschichten

Malen, schreiben oder Musik machen? Seit ich denken kann, war ich hin und hergerissen zwischen den drei Möglichkeiten. Als mir das Schreiben zum Beruf wurde und ich die Geige weggelegt hatte, weil ich für mein Empfinden immer zu unsauber spielte, packte ich in der Freizeit die Aquarellfarben aus. Das Ergebnis blieb auch wieder unbefriedigend. So wie die Bilder in meinem Kopf wurden die Aquarelle nie, weder von der Farbe noch von der Form. Also schrieb ich die Bilder auf. Das Ergebnis sind diese Texte, die 1998/99 entstanden sind. "Schade, dass es keine Computer mit Geruch gibt", habe ich schon damals beim Schreiben gedacht. Und oft habe ich mir überlegt, womit ich am schwersten klar käme: Blind oder taub? Mittelohrvereiterung und eine schlimme Bindehautentzündung haben mir kurze Zeit beide Erfahrungen nahegebracht, ich konnte allerdings mit den Bildern bzw. Tönen im Kopf ganz gut "überleben". Bei einer hartnäckigen Nebenhöhlengeschichte hatte ich für ein paar Tage keinen Geruchssinn mehr - und das hat mich in Panik versetzt. Gerüche sind zwar auch "im Kopf" immer da, aber es ist irritierend, wie falsch dann alles schmeckt.
Dass das Ganze Synästhesie heißt, weiß ich seit Mitte Juli dieses Jahres. Meine Geschichten übrigens wurden von Verlagsmenschen immer als unverständlich zurückgeschickt. Ich hoffe, in Eurem Kopf können sich die Worte zu Tönen, Farben und Gerüchen entfalten.