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Die ersten Bilder

Die ersten Bilder sind Gesamteindrücke von Musikstücken. Wenn ich einen Musiktitel gehört habe, dann speichert mein Gedächtnis eine Zusammenfassung dieses Titels ab. Dieses innere Bild sehe ich sofort, wenn ich an den Titel denke oder über ihn gesprochen wird. Meistens sind es viele Linien, die ein bestimmtes Muster erzeugen. Um dem Bild aber eine ästhetische Grundlage zu geben, ist es oft erforderlich, zusätzliche Farben einzubringen oder etwas wegzulassen. Deshalb sage ich bei der Beschreibung solcher Bilder immer:
"Ich habe es der Musik nachempfunden. Die Grundstruktur des musikalischen Eindrucks bleibt aber erhalten."
Durch diese Bilder war es mir aber möglich, in einem ständigen Zwiegespräch mit meinen inneren Eindrücken, meine Synästhesie noch besser zu erforschen.
Picknick am Wegesrand (1981)

Dies ist mein erstes Synästhesiebild überhaupt. Es entstand im Teufelsmoor bei Worpswede nördlich von Bremen. Es war ein sehr nebliger Tag und ein Wassertropfen (oben rechts) fiel auf mein Objektiv. Als ich hindurchschaute und abblendete, fiel mir auf, dass der Tropfen wie einen Klavierton aussah, nur die Farbe fehlte und ich drückte auf den Auslöser. Aber mir war in diesem Augenblick noch gar nicht bewusst, das sich meine Synästhesie auch in Fotos widerspiegelt. Erst Jahre später ist mir dies aufgefallen.
  
Grün mit Gelb und Schwarz (1982)

Dieses ist mein erstes Ölbild gewesen, das einen synästhetischen Hintergrund hat. Es stellt ein ruhiges Musikstück dar. Langanhaltende Synthesizerklänge sind Grundlage dieses Bildes. Die elektronische Musik, wenn sie keine Sampler benutzt, erzeugt bei mir grüne und blaue Farben. Je ruhiger die Musik, desto flächiger werden sie. Um es nicht zu monoton werden zu lassen, habe ich aus ästhetischen Gründen noch etwas Gelb und Schwarz dazugetan.
  
Rot durchbricht Blau (1983)

Im Gegensatz zum ersten Bild, ist dies die bildliche Zusammenfassung eines schnellen elektronischen, mit flötenähnlichen Tönen angereicherten Musikstückes. Durch den schnellen Wechsel der Tonfolgen bekommt das Bild einen dynamischen Charakter. Die blaue Farbe symbolisiert schnelle Synthezsizerklänge, das Rot entspricht einem Flötenton.
  
Der abbröckelnde Putz der Demokratie (1983)

Dieses Bild stellt ein Jazzstück dar. Die roten Linien erzeugt das Klavier, die gelbe Farbe steht für die Blechbläser und das Schwarz für das Schlagzeug. Am unteren Bildrand sind die Paukenschläge zu sehen; die weissen Flächen sind dem Highhead zuzuordnen und die eingestreuten schwarzen Flächen und Striche gehören zur Snaredrum.
  
Das Rot Chinas (1983)

Hier habe ich versucht, die letzten Sekunden von Tcc's Stück "I am not in Love" umzusetzen. Es klingt mit glockenähnlichen rötlichen Tönen aus, die über einer Ebene schweben und zusätzlich singt noch ein Chor dazu, der auf diesem Bild unten in Graublau zusehen ist. Normalerweise befindet sich der Chor mittig im Hintergrund des Bildes.
  
O.T. (Orgel) (1983)

Wenn die Orgel mit allen Registern ertönt, dann verschwimmen die einzelnen Töne zu einer gelben Fläche, die einen leicht gewellten Charakter hat. Werden einzelne Klangfarben besonders herausgestellt, dann bilden sie farbige Strukturen, die in das Gesamtbild eingebettet sind.
  
Schlagzeugsolo (1983)

Schlagzeug sieht für mich synästhetisch gesehen Schwarz-Weiss aus. Das Highhead ist eine weisse gekörnte Fläche, Snaredrumlaute sind graue bis schwarze Stäbe und die Pauke eine schwarze nach vorn geöffnete Halbkugel.
  
Am Bach

Grundlage dieses Bildes ist ein Streichquartett. Da aber vier Streicher für mich nur unterschiedliche Brauntöne darstellen, habe ich dem Bild noch Grün und Weiß dazugegeben, um eine bessere Bildwirkung zu erhalten. Die Hektik eines schnellen Streichersatzes mit seinen flirrenden Momenten glaube ich trotzdem gut getroffen zu haben.