Synästhesie · Musik und Synästhesie · Bücher von Synästhetikern
Hier haben wir alle aktuell erhältlichen Bücher zum Thema zusammengetragen, die uns bekannt sind.
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Aus der verbotenen Stadt. Lyrik und Prosa
Nina Kupczyk, Athena Verlag 2005
*empfohlen und geschrieben von MaxWelt
Aus der verbotenen Stadt ist eine "Vers-Sonate" mit wechselnden Themen, eine lyrisch angelegte Beschreibung emotionaler Gleichzeitigkeiten - im Sinne der Autorin bedeutet das "mit Sprache erzielter Klang". Eingefasst ist die "Komposition in rauschhaft entworfene poetische Bilder die, in Grenzen lautmalerischer Wortschöpfungen verwoben, Sprache und ihre sematischen Bedeutungen verklanglicht, tashorchend sichtbar macht, was seelisch, unbewusst, unausgesprochen - Sehnsucht ist. Nina Kupczyks Stil ist von dem Bedürfnis geprägt, das Leben zu musikalisieren, zu transzendieren und in Wandlung zu führen, was eine synästhetische Wahrnehmung des Daseins zur Grundlage hat.
Der Lehrer, das Wunderkind und getreidefeldmitrabenschwarz
Nina Kupczyk, Monsenstein und Vannerdat 2005
* empfohlen und geschrieben von Maxwelt
Was ist das überhaupt - ein Wunderkind? Das Buch Der Lehrer, das Wunderkind und getreidefeldmitrabenschwarz versucht dies zu beantworten: Ein Wunderkind ist ein Kind, das Engel sieht und schwarze Raben in den Augen trägt. Es ist ein Kind, das dissonante, mehrschichtige Lichtakkorde zu einem blauen Herrn der unendlichen Kornfelder verwandelt, jener das geschnitzte Sehnen hervorruft - voll überirdischer Schönheit und unsagbar endend im Zergehen kurzschaukelnder Dämmerung. Es ist ein Kind, das wie die Hauptfigur Max Welt in der Ambivalenz des Denkens nach Geborgenheit sucht - im tätigen Ruhen der Phantasie, die sich schweigend im Kadenzfall auflöst. Es ist Kind, das wie vom Himmel gefallen zu sein scheint und zu früh seine Erfüllung im Tasthorchen mit geschlossenem Sehen nach Draußen findet, in Lichtgesprächen, im Gefühlshorchen. Es ist ein Kind, das nicht sprechen will, weil Worte den Tag stören und nur die Sterne wissen, wie das ist, im Ballettunterricht mal Reh, mal Rabe und Blütenschaum zugleich sein zu können. Es ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Kind und einem älterem Mann - einer Freundschaft, die in der heutigen Welt nicht sein darf. Die Erzählung beschreibt Menschen, die "anders" sind. So sind, was derzeit unten den phänomenalen Begriffen "Synästhesie" und "Hochbegabung" erforscht wird.
Nina Kupczyk: Das Buch ist mein erstes zusammenhängendes Werk. Ich glaube, dass ich ein Buch in der Intensität nicht noch einmal werde schreiben können.
Halbsichtigkeit - Ein Roman, den jeder anders verstehen kann
Corinna John, BoD GmbH, Norderstedt 2005
*empfohlen von Daniel
Mit großem Vergnügen habe ich den kurzen Roman "Halbsichtigkeit" gelesen. Zum Inhalt: Ein Science-Fiction, in dem Synästhesie als normal betrachtet wird und Leute wie ich, also Nicht-Synästhetiker, nur "halbsichtig" sind. Corinna John beschreibt sehr anschaulich die Abgrenzung zwischen Syn / Nicht-Syn unter umgekehrter Prämisse.
Von den diversen technischen Begriffen sollte man sich nicht allzusehr abschrecken lassen, sie sind zum Verständnis nicht unbedingt erforderlich. Die Erzählung kommt in der zweiten Hälfte richtig in Schwung, also dranbleiben, es lohnt sich.
Brillante Morde
Mischa Bach, Leporello 2004
* empfohlen und geschrieben von Punk
"Brillante Morde" ist eine Kurzkrimianthologie der besonderen Art, denn dieser Band versammelt alle in den Jahren 2002 bis 2004 für den Friedrich-Glauser-Preis nominierten bzw. mit diesem Preis ausgezeichneten Geschichten. Und wer den Preis selbst (noch) nicht kennt, auch nicht weiß, dass das Syndikat, das den Preis vergibt, keine kriminelle Organisaton ist sondern die Vereinigung der deutschsprachigen Krimiautoren, findet obendrein noch die entsprechenden Informationen. Mithin ist es ein Buch für Menschen, die mit Oscar Wilde den "ganz einfachen Geschmack" teilen, weil sie stets nur das beste wählen ...
Der Tod ist ein langer, trüber Fluss
Mischa Bach, Brandes & Apsel 2004
* empfohlen und geschrieben von Punk
Dies ist eine Kriminalnovelle und damit pure Fiktion: zwei Menschen, zwei Perspektiven - die einer Frau ohne Gedächtnis und eines toten Mannes - dazwischen ein Fluss, der Rhein, und die Geschichte einer Suche.
Der Bezug zur Synästhesie ist nur indirekt, da die Autorin 'vernetzte Sinne' hat. Wer nicht glaubt, dass Krimis keine Literatur sein können bzw. Literatur zugesteht, spannend und auch ein Stück phantastisch sein zu dürfen, wird (hoffentlich) trotzdem auf seine Kosten kommen.
Die vielen Tode des Herrn S.
Mischa Bach, Emons 2002
* empfohlen und geschrieben von Punk
"Die vielen Tode des Herrn S." funktioniert etwas anders als die üblichen Verdächtigen äh Sammlungen von Kurzkrimis. Sie hat durchaus seriellen Charakter, nur dass hier nicht etwa der Kommissar, sondern die Leiche die wiederkehrende Figur ist. Herr S. mag auf den ersten Blick ein ganz normaler, unscheinbarer Mensch sein, aber was sich hinter seiner harmlosen Fassade verbirgt, brauchte verschiedene Autorinnen und diverse Morde, um erst an die Oberfläche und dann um die Ecke gebracht zu werden.
Böse Hexen gibt es nicht Versuch einer interdisziplinären Betrachtung des Hexenwesens
Eckhard Freuwört, Books on Demand 2005
* empfohlen und geschrieben von Asmodis
Dieses Sachbuch über das Hexenwesen steht nicht im Widerspruch zur offiziellen Geschichtsschreibung, schließt aber eine Menge von Lücken. Lücken, welche durch Weglassungen entstanden sind. Es ist schon bemerkenswert: Der ehemalige Methodistenpater John Marco Allegro näherte sich der Thematik in den Siebzigern seitens der Philologie, der hamburger Ethnologe Dr. Christian Rätsch in den Neunzigern seitens der Ethnologie und Pharmazie und Eckhard Freuwört aktuell seitens Archäologie, Biologie und Chemie. Und alle kommen zu den gleichen Schlüssen.
Norgast Ein synästhetischer Fantasy-Roman
Eckhard Freuwört, BoD GmbH Norderstedt 2006
* empfohlen und geschrieben von Asmodis
Ein Buch mit wenig Kampf, aber dafür mit viel Magie (unter Beschreibung von heute real praktizierten magischen Techniken). Ein Buch zum Mitdenken; zum Mitknobeln. Was hat es mit den drei Prüfungen auf sich? Welche Rolle spielen die Hexen wirklich? Wer ist der weiße Rabe? Wodurch bilden sich die Kraftplätze? Wozu dienen die Ley-Linien? Gibt es verschiedene Realitäten? Welche Macht steckt in den Runen? Fragen, die im Verlauf der vielfältig verschachtelten Handlung auf überraschende Weise beantwortet werden. Norgast ist in gewisser Weise mehr als normale Fantasy, denn es gibt beabsichtigte Querverbindungen zu unserer eigenen Welt - teils direkt und teils in Form von versteckten Seitenhieben. Querverbindungen im Sinne von Filmen wie "Welt am Draht", "Matrix" oder "The 13th Floor".
Vernetzte Sinne. Über Synästhesie und Verhalten.
Eckhard Freuwört, BoD GmbH Norderstedt 2004
* empfohlen und geschrieben von Asmodis
Die meiste Literatur über Synästhesie entstammt dem wissenschaftlichen Bereich. Es wirkt auf mich immer, als ob jemand versuchen würde, ein Gemälde als Datensatz zu beschreiben. Da sind dann alle Informationen enthalten, aber die Wirkung des Ganzen bleibt auf der Strecke. Es fehlt an Erfahrungsberichten von Synnies, an Berichten über das Erleben der Synästhesie. Und woher sollen bspw. Journalisten ihre Informationen nehmen, wenn nicht aus solchen Berichten? Ich betrachte Synästhesie als integralen Bestandteil der Persönlichkeit, welcher auch das Verhalten von uns Synnies definiert. Das Buch behandelt all dies - und mehr. "Vernetzte Sinne" soll Verständnis und Akzeptanz für Synästhetiker wecken und dazu dienen, das leider noch immer vorhandene Informationsdefizit auszugleichen - aus der subjektiven Sichtweise eines Synnies.